Schauspiel

Götz von Berlichingen

Schauspiel von Johann Wolfgang Goethe


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Der freie Ritter Götz von Berlichingen, der sich nur dem Kaiser verpflichtet fühlt, steht einer entstehenden höfischen Gesellschaft gegenüber – verkörpert durch den Bischof von Bamberg, die machtgierige Adelheid von Walldorf und seinen Jugendfreund Adelbert von Weislingen. Denen ist Götzens radikaler Individualismus ein Dorn im Auge. Mit Intrigen und Mordkomplotten gehen sie gegen Berlichingen vor. Der wiederum verteidigt seine Freiheit mit Waffengewalt und Raubzügen. Bis ihn der Kaiser ächtet und in seiner Burg Jagsthausen belagert. Mehrere Feldzüge, Entführungen, Gefangennahmen, Befreiungsversuche und Bauernaufstände später ergibt sich Götz seinem Schicksal und stirbt. Denn die Welt ist ihm zum Gefängnis geworden.
In nur sechs Wochen schrieb Goethe 1771 „Die Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand, dramatisiert" – den sogenannten „Urgötz". Diese maßlose erste Fassung des Götz-Stoffs bricht mit allen Regeln der damaligen deutschen Theaterkunst. Es gibt keine Einheit von Zeit, Ort und Handlung, sondern ein von Shakespeare inspiriertes breit angelegtes Gesellschafts-Panorama des Mittelalters am Übergang zur höfischen Gesellschaft, in dem Goethe seine Zeit wiederspiegelte. Die Urfassung ist immer noch aggressive Zeit-und Gesellschaftskritik. Sie zeigt den Überlebenskampf eines eigensinnigen, stolzen, freien Mannes gegen eine aufstrebende Gesellschaft, die von Opportunismus und Machtwille geprägt ist. In der heutigen Zeit, die den Individualismus feiert und gleichzeitig die Masse so weit wie möglich kontrollieren will, lohnt sich die Auseinandersetzung mit Goethes Frühwerk. Denn die Fragen, die Goethe aufwirft, sind immer noch aktuell: Wie viel Recht hat ein Einzelner, seine Überzeugungen gegen die normierenden Kräfte der Gesellschaft  zu verteidigen? Mit welchen Mitteln darf er das tun? Und: Welche ökonomischen Vorraussetzungen begründen ein so geistiges Gut wie „die Freiheit" ?

Vorstellungsdauer: ca. 1 ¾ Stunden

05.03.2016 19:30 Premiere Stadttheater Rendsburg
B-Preise 12,50 - 27,-
09.03.2016 19:30 Slesvighus Schleswig
A-Preise 10,50- 25,-
10.03.2016 20:00 Stadthalle Neumünster
*-Preise
16.03.2016 20:00 Husumhus Husum
A-Preise 10,50 - 25,-
17.03.2016 19:30 theater itzehoe
*-Preise
20.03.2016 19:00 Stadttheater Rendsburg
A-Preise 10,50 - 25,-
25.03.2016 19:00 Stadttheater Flensburg
A-Preise 10,50 - 25,-
29.03.2016 19:30 Stadttheater Flensburg
A-Preise 10,50 - 25,-
02.04.2016 19:30 Slesvighus Schleswig
A-Preise 10,50 - 25,-
28.04.2016 20:00 Stadttheater Heide
A-Preise 10,50 - 25,-

Besetzung

Inszenierung: Thomas Oliver Niehaus
Ausstattung: Lucia Becker

Mit: 
Götz von Berlichingen: Uwe Kramer 
Elisabeth / Oberzigeunerin: Ingeborg Losch
Marie / Adelheid von Walldorf: Manja Haueis
Hans von Selbitz / Bauer Metzler: Stefan Hufschmidt
Franz von Sickingen / Knecht: Simon Keel
Lerse: Christian Simon
Georg / Mörder: Deniz Ekinci
Weislingen: René Rollin
Bischof von Bamberg / Kläger / Hauptmann: Reiner Schleberger 
Olearius / Erster Femerichter: Johannes Lachenmeier 
Franz: Stefan Wunder
Der Kaiser / Karl / Reichstruppen / Bauern / Zigeuner / Das heimliche Femegericht: Ensemble